ArtEquestre ist eine reiterliche Vereinigung mit Sitz in Dresden und Versailles. Sie wirbt für die jahrhundertealte Tradition der Reitkunst, die – basierend auf der Niederen Schule der Meder – in der Renaissance in Neapel durch die Hohe Schule erweitert wurde.

Artequestre möchte das Wissen weitervermitteln, das große Meister wie Monte Pagano, Federigo Grisone und La Gueriniére vervollkommnet haben.

Unsere Mitglieder widmen sich der hohen Kunst der schöpferischen Dressur, die der Anatomie und der Seele des Pferdes gerecht wird. Kunst ist charakterbildend für Pferd und Mensch, es geht nicht um Muskeln.

Vorführung eines barocken und eines Renaissance-Kostüms durch Dr. Ulrike Ortrere im Park von Versailles.

Was ist ReitKUNST?

Die Reit-Kunst ist freie schöpferische Gestaltung und subjektiver Ausdruck. Das Aussehen der Pferde, ihre Farbe und die Kleidung des Reiters sind individuell unterschiedlich und dies ist gewollt. Die benutzten Pferde basieren auf dem Typ des antiken Nisäers, der die Neapolitaner, PRE, Lusitano und Lippizzaner entscheidend geformt hat. Das heißt, sie haben weiche Gänge, ca. 150-160 cm Stockmaß, eine starke Hinterhand und eine volle Kruppe.

Man bildet das Pferd, unter anderem mittels der Piaffe, durch schwingendes Senken der Hanken bis in Pesade und Schulsprünge aus. Diese Reitweise wird oft auch fälschlicherweise als akademisch, Barockreiten oder als iberisch bezeichnet, sie entstand jedoch schon bei den antiken Medern vor mehr als 2.000 Jahren als Nahkampf-Reitweise.

Die Winkelung der Hanken des Pferdes muss von der Morphologie her so stark sein, dass eine Verlagerung des Gewichts von Pferd und Reiter auf diese möglich ist, ohne den Schwung zu verlieren.

Dr. Ulrike Ortrere auf Lusitano-Hengst Corsario d’Escolina im barocken Kostüm in einer Übung des Barock, dem Mezair.

Diese Reitweise ist Kunst, nicht Sport. Was ist der Unterschied?

Beim Sportreiten geht es um das Erreichen von Zielen. Es werden kontrollierbare gleichförmige Aufgaben gestellt, um einen Gewinner im Wettbewerb festlegen zu können. Die Pferde und die Kleidung des Reiters sind gleich. Bestimmt wird der Sport durch den historischen Einfluss des Achal-Tekkiners, Stammvater der englischen Vollblüter im 19. Jahrhundert. Daher benutzt man Pferde zwischen 160 – 175 cm Stockmaß, mit langem Rücken und ausgreifenden Gängen, schlank und langbeinig, aufgrund der historischen Militärnutzung der Pferde meist braun. Dieser Stil wird oft als englisch bezeichnet.

Unterformen des Sportreitens sind:

Jagd-, Renn- und Springreiten: Hier läuft das Pferd in seiner Haltung relativ unbeeinflusst. Enge Wendungen sind nicht vorgesehen. Der Reiter sitzt leicht und stellt lediglich sicher, dass er im Sattel bleibt und die Richtung hält, genau wie die Steppenreiter der Antike.

Turniersport Dressur: Hier sind die Lektionen zum Teil ein Echo der Reitkunst, sind aber den Realitäten des Achal-Tekkiner-Einflusses unterworfen. Einem engen Wendekreis auf der Hinterhand steht die Länge des Pferdes und die Balanceverschiebung auf die Vorhand entgegen. Verlangt werden daher nur Übungen wie verstärkter Trab und Galopp, aber keine Levaden oder Sprünge über der Erde. In der dabei benutzten Form einer ‚Piaffe‘ erfolgt oft wenig bis keine Lastaufnahme der Hinterhand. Das Pferd hebt rhythmisch die Beine. In der Sport-Passage wird akzeptiert, dass das Pferd nicht passagiert, sondern sakkadiert von einem Bein auf das andere springt. Das Pferd hat einen starken Vorwärtsdrang und tritt auch vor das Maul aus der Balance heraus.


Wenn Du absteigst, sieh Deinem Pferd in die Augen und frage Dich, ob Du diesem wundervollen Tier gerecht geworden bist.

Nuño Oliveira

Ausritt mit Freunden im Park von Versailles.

… und wenn es warm ist, haben wir auch einfach mal nur Spaß zu Pferd….

Christine Voigtmann auf PRE Abrileña

Impressum:

ArtEquestre

Sitz: Dresden, Versailles; Vorstand: Dr. Ulrike Ortrere

Kontakt: info@artequestre.org

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